Auch Du als KĂŒnstler musstest viele Auftritte in den letzten 1,5 Jahren verschieben. Du hattest jetzt zwar noch nicht wieder mit Badesalz, aber dafĂŒr mit „Dollbohrer!“, also zusammen mit Rick Kavanian, den ersten Auftritt. Mit welchen GefĂŒhlen seid ihr zum ersten Live-Auftritt im Juli auf die BĂŒhne?

„Es war ein ungewöhnliches GefĂŒhl, im Vorfeld macht man sich natĂŒrlich viele Gedanken, und Lampenfieber habe ich sowieso immer. Nach fĂŒnf Minuten warÂŽs aber interessanterweise wie immer. Die schachbrettartige Bestuhlung und das verkleinerte Publikum sind natĂŒrlich eine Umstellung, aber insgesamt war alles trotzdem vertraut!“

Apropos Umstellung. Euer KĂŒnstler-Dasein wurde ja komplett lahmgelegt. Konntet ihr die Zeit fĂŒr neue Projekte nutzen?

„Es war wirklich keine einfache Zeit. Gerd und ich haben im Sommer zusammengesessen, und ĂŒberlegt, was wir so anstellen können. Und haben dann unseren eigenen Radiosender gegrĂŒndet…‘Radio Badesalz‘! DafĂŒr haben wir bei mir im Haus ein Studio eingerichtet, und seit September letzten Jahres produzieren wir dort so regelmĂ€ĂŸig wie möglich jede Woche eine neue Sendung. Moderiert von 2 Kunstfiguren namens ‘Nobbi und Ebbi‘, und immer mit ­einem neuen Thema. Mittlerweile haben wir 3 Staffeln produziert und ­starten im Oktober Staffel Nummer 4. Das Schöne ist, dass man das auf allen ­Podcast-Portalen wie Spotify,­ ­Aud­ible, Apple Podcasts sowie auf Radioking hören kann, und wir mittlerweile ĂŒber 150.000 Abonnenten gewinnen konnten. Außerdem haben wir noch die ‘Badesalz-Backstage-Safari‘ kreiert, das ist eine Online-Tour durch die Jahrhunderthalle Frankfurt, in der wir das komplette Personal spielen. Dies war neben Radio Badesalz unser wichtigstes Projekt, um Corona zu ĂŒberbrĂŒcken.“

Welche Auftritte stehen im SpÀtsommer noch an?

„Mit dem Jazz-Ensemble der Deutschen Oper Berlin spiele ich am 22.9. wieder das Programm ‘De Peter kimmt‘ in Frankfurt auf der Sommerwiese neben der Jahrhunderthalle und am nĂ€chsten Tag in Neu-Isenburg noch einmal bei einem Open Air im Sportpark. Da lese ich eine Geschichte, die ich geschrieben habe, und die sehr badesalzmĂ€ĂŸig ist…und die Band greift dann die einzelnen Kapitel musikalisch auf. Man muss auch kein großer Jazzfan sein, um sich das anzuhören, das ist alles sehr melodisch, und auch fĂŒr Pop-oder Rockfans gut anzuhören! Ende Oktober werden wir eine CD von Radio Badesalz Vol. 1 veröffentlichen. Wann wir mit Bade­salz unsere Tour fortsetzen können, wissen wir noch nicht, aber vielleicht klappt das ja doch bald endlich wieder! Am besten man schaut auf unserer Seite nach!“

Als Stadtgazette interessiert es uns natĂŒrlich, was dich bzw. das Duo Badesalz mit der Wetterau verbindet.

„Ohne zu ĂŒbertreiben, das Publikum in der Wetterau ist einfach immer klasse, und schon immer gut zu uns! Das ging schon damals mit einem unserer ersten Auftritte in Butzbach los. Das war in einem Kino, und da es keine UmkleiderĂ€ume oder einen Backstage-Bereich gab, saßen wir ab 19 Uhr hinter einem Paravent auf der BĂŒhne. Da hast Du eine Stunde lang das komplette ­Gebabbel der 1. Reihe gehört! Und ansonsten spielen wir ja schon immer mit unseren Programmen in der Friedberger Stadthalle. Wenn alles klappt, kommen wir mit „Kaksi Dudes“ im April 2022 wieder nach Fried­berg – was ĂŒbrigens eigentlich fĂŒr den 12.09.2020 geplant gewesen war!“

Auch fĂŒr originellen Gesang hat sich Badesalz einen Namen gemacht. In diesem Jahr feiert die Persiflage „Evi, du wohnst in Bad Nauheim“ 30. Geburtstag. Wie kam es zu diesem Titel und wer ist eigentlich Evi?

„Der Song ist ja eine Cover-Version von >>If you donÂŽt know me by now<< von Simply Red. Gerd ist unser Wortspielmeister und hat nach einem deutschen Titel gesucht, der so Ă€hnlich klingt wie das Original! Und mit Evi bin tatsĂ€chlich ich gemeint, da ich die ja im Video auch spiele!“

Zum Abschluss drei Fragen zu den Vorlieben „Typisch Hessisch“: GrĂŒne Soße oder HandkĂ€s mit Musik?

„LĂ€sst sich nicht so leicht beantworten. Wir haben einen Song mit dem Titel „Hessische Freundschaft“ geschrieben, der sogar u.a. von Max Mutzke und Andreas KĂŒmmert interpretiert wurde, und beschreibt, dass wir als waschechte Hessen einfach auf beides stehen. Eine Textzeile lautet ‘Der Äppler und de HadkĂ€s, die sin nur net ganz groß – nein sie hawwe auch e Freundin, un die heißt Grie Soß.‘ Das ist hessische Prosa!“

Ohne zu ĂŒbertreiben, das Publikum in der Wetterau ist einfach immer klasse, und schon immer gut zu uns! Das ging schon damals mit einem unserer ersten Auftritte in Butzbach los.

Ebbelwoi oder Bier?

„Meine Vorliebe fĂŒr Ebbelwoi ist ja nun bekannt, aber auch fĂŒr Bier, insbesondere fĂŒr die Braukunst haben wir eine Leidenschaft entdeckt. Wir haben fĂŒr ‘Radio Badesalz‘ eine Miniserie rund um eine Band namens ‘Die Batschers‘ erfunden, die, statt zu proben, immer nur dummes Zeug quatschen, und dann Bier trinken. Und jetzt haben wir mit der BraustĂŒbl-Brauerei in Darmstadt tatsĂ€chlich jemanden gefunden, die ‘Batschers – das Bier zur Band!‘ auf den Markt gebracht hat. Das gibtÂŽs als naturtrĂŒbes Kellerbier und in einer alkoholfreien Variante. ErhĂ€ltlich im Fachhandel im Großraum Darmstadt, ­Groß-Gerau und Offenbach, vereinzelt auch in Frankfurt und natĂŒrlich Online auf www.biermarket.de.“

Und nun die Frage fĂŒrs SĂŒĂŸmaul: BethmĂ€nnchen oder Frankfurter Kranz?

„Klare Sache: Frankfurter Kranz“

Den mögen wir auch gerne, am liebsten von unseren Gazette-­Partnern:CafĂ© MĂŒller, CafĂ© Bienenkorb und CafĂ© Mirwald.

Autor-Alex-Reuschling

von Alexander Reuschling

Henni Nachtsheim ist Kult. Seit fast vier Jahrzehnten ist er auf den hessischen BĂŒhnen zu Hause. In unserem GesprĂ€ch erinnert er sich an einen seiner ersten Auftritte in Butzbach, Ende der 80er, zusammen mit Gerd Knebel als Duo „Badesalz“ sehr gerne zurĂŒck.